Biographie

1969 wurde ich geboren, die Kindheit verbrachte ich in Salzburg (Österreich), Matura 1987. Wen der liebe Gott bestrafen will, dem schenkt er Hausverstand und Kenntnisse in Arithmetik - und sendet ihn in Bruno Kreiskys Österreich. Im Alter von 10 Jahren war ich der Meinung, Politik sei eine Art Wettkampf, bei dem derjenige gewinnt, der die meisten Möglichkeiten findet, das im Überfluss vorhandene Geld an Menschen zu verschenken.

1988 schrieb ich mich an der Wiener Wirtschaftsuni ein, für BWL. In diesen Jahren war Österreichs Experiment einer sozialistischen Planwirtschaft gerade erst gescheitert, im Stakkato gingen Kreiskys Staatsbetriebe nun in Konkurs, Zehntausende Arbeiter verloren ihren Job. Osteuropas sozialistische Diktatoren verloren derweil ihre Völker – an Marktwirtschaft und Demokratie.

Kreisky war gegangen, sein System jedoch geblieben. Immer neue Milliarden borgten seine sozialdemokratischen Nachfolger von den Finanzmärkten und verteilten sie an Stammwähler wie Eisenbahner, Rentner oder Eisenbahner-Rentner. Und sprachen von fortschrittlicher und fairer Politik. Vor den Wahlen. Danach erhöhte man die Steuern und nahm neue Schulden auf. Ein Zusammenhang fiel nur „neoliberalen“ Eigenbrötlern auf.

Mehrmals jobbte ich in Germany, 1993 absolvierte ich ein Praktikum an Österreichs Außenhandelsstelle in Johannesburg. 1991 war ich zum ersten Mal beim „Klassenfeind“ in USA. Als das Reisebüro, für das ich drüben war, wegen des Irakkrieges I schlecht lief, wurde ich prompt freigesetzt. Saddam kapitulierte 6 Wochen später, die Firma hatte überlebt und so wurde ich gleich wieder eingestellt – mit der ersten Gehaltserhöhung meines Lebens. „Kriegsgewinnler“ hieß man das in meiner Heimat später kühl.

Ich war erst kurz als Betriebswirt in einem österreichischen Handelskonzern tätig, als ich 1996 nebenberuflich in die Erwachsenenbildung („Unternehmertraining“) einstieg. Zwei Jahre später war ich Lehrer für wirtschaftliche Fächer an einer Tourismusschule. Wenn ich schon nicht den negativen Duktus unserer Gesellschaft ändern konnte, so wollte ich wenigstens Jugendlichen eine positive Lebenseinstellung auf deren Lebensweg mitgeben. Deren Wirtschaftsbild sollte nicht auf Verschwörungen („Die Konzerne streben nach der Weltherrschaft“), auf Mythen („Die Kluft geht auseinander“) oder Sündenböcken („Die Reichen/Banken/Unternehmer sind schuld“) basieren. Wenn man versteht, wie Menschen denken, versteht man auch ihr (Wirtschafts-) System -es ist ja bloß ihr Spiegelbild. Unsere Absolventen begreifen Wirtschaft (hoffentlich) „positiv“ und als eine Herausforderung, die man aktiv gestalten kann –und nicht passiv erdulden muss.

Privat genieße ich die Vorteile, die das Leben in den Alpen mit sich bringt (Mountainbiken, Skitouren, Segeln). Und die Geborgenheit, wie sie nur Familie bieten kann.