Volker Seitz: „Afrika wird arm regiert“

Volker Seitz war 17 Jahre lang als Diplomat für das (deutsche) Auswärtige Amt in Afrika. Seine Kritik an Afrika und der Entwicklungshilfe ist erfrischend, klar und radikal. Die vom Mainstream gern gebrauchte Erklärung, die Kolonialherren hätten sich gegen Afrika verschworen und wären an der Entwicklungsresistenz von heute schuld, wird ignoriert. Stattdessen analysiert Seitz den Kontinent aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive. Ein paar Zitate sollen dies veranschaulichen:

»Afrikanische Ökonomen wie James Shikwati oder Dambisa Moyo fordern, die milden Gaben der Entwicklungshilfe ersatzlos zu streichen. Sie würden nur korrupte Eliten mästen, die Empfänger abhängig machen und unter dem Strich mehr schaden als nützen.“
Die Zeit

»Die falsche Behauptung, Kolonialismus sei verantwortlich für das bestehende Elend, spricht der Autor ebenso an wie den „brain drain“. Auch die Vernachlässigung der Bildung und die fehlende Zusammenarbeit der afrikanischen Länder werden thematisiert. Seitz fordert ein aktiveres Tun der afrikanischen Staaten. Sie müssten endlich aus ihrer Lethargie erwachen. Anstatt sich auf historischem Unrecht auszuruhen, sollten sie heutiges Unrecht im eigenen Land anpacken und damit einen Beitrag dazu leisten, dass der Transformationsprozess hin zu mehr Demokratie gelingt.“
Vorwärts.de

»Sein Buch ist ein wahrer Einblick in UNSERE westlichen Grenzen und Begrenzung. Es gibt nicht nur viel zu viele Hilfswerke, NGOs, sondern auch keine Koordination zwischen Ländern und Diplomaten, keinen Austausch in Europa. Wie soll er dann in Afrika stattfinden.
Al Imfeld, Swiss-African Centre